Theater Till 2014

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Theater Till

Veranstaltung des  Hans-Schwier-Berufskollegs in Haus Heege am 29. Januar 2014

„ Es war zwar Theater, aber die Berichte über die Gewalt sind alle echt“
 Am 29. 01. 2014  gastierte das Theater Till zum wiederholten Male in Haus Heege, veranstaltet vom Hans-Schwier-Berufskolleg. 250 Berufsschüler aus verschiedensten Berufen nahmen insgesamt an zwei Vorführungen zu jeweils 90 Minuten Dauer teil.

Die 6 Personen der Theatergruppe traten als ein Resozialisierungsprojekt auf, das jungen Menschen nicht freiwillig sondern als verpflichtende Bewährungsauflagen über deren eigenen Gewalterfahrungen berichten mussten. Daher wird das „Theaterstück“ nicht als solches angekündigt, sondern als Veranstaltung der „Agentur Mensch-Aber Wie? - berichtet über die Gewalt von 5 Tätern.“
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Zu den einzelnen Personen gemäß den Eindrücken der Schüler von den Vorführungen vom 29. 1. 2014:

Der Türke Ümit wehrt sich kompromisslos, wenn er sich wegen seiner Herkunft angegangen fühlt. Es soll ihm nicht so ergehen, wie seinem 25-jährigen Kollegen, der auf der Flucht vor einer Gruppe Neonazis in die Glastür einer Kneipe stürzte und seitdem im Rollstuhl sitzt. Sind Ümits verbale und emotionale Attacken auf den Neonazi Klaus Lützek echt oder gespielt? Echt ist die Empörung der Berufsschüler und deren argumentative Entlarvung der Parolen des rechten Straftäters Lützek. Der neue vietnamesische Lebensmittelhändler hatte Lützeks Mutter nach 25 Jahren entlassen. Lützek und seine Neonazis hatten daraufhin den Geschäftsmann mit einem Baseballschläger die Hand gebrochen und der 14-jährigen Kassiererin durch Schläge erheblich am Kopf verletzt.

Auch die 15-jährige Nicole ist Täterin; sie mobbte eine Mitschülerin so massiv, das der als Ausweg nur der Selbstmord blieb. „Kann ich doch nix dafür, wenn die so Scheiße ist und gleich aus dem Fenster springt“. Die Zuschauer reagieren unmittelbar ablehnend auf Nicoles Kaltschnäuzigkeit und fehlendes Mitgefühl.

Herr Baumann „spielt“ den überforderten und in die Enge getriebenen Lehrer, der sich nur mit körperlicher Gewalt gegen einen Schüler zu wehren weiß.

Katrin rät den Schülern sich nicht einzumischen, wenn Anderen Gewalt angetan wird. Ihr Gesicht ist entstellt, weil sie zwei Vergewaltiger verjagen wollte und dabei selber ein Gewaltopfer wurde.

Im Anschluss an diese Berichte konnten sich die Berufsschüler mit den 5 Personen der „Gewaltrollen“ unmittelbar aussprechen und auseinandersetzen. Obwohl die Schauspieler danach ihre Rollen offenbarten, spiegeln alle „Berichte“ die Realität von Gewalt in Deutschland wider. Betroffen und für die verschiedenen alltäglichen Gewaltformen sensibilisiert endete diese äußert gelungene Veranstaltung. 

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 Informationen:

Veranstalter: Hans-Schwier-Berufskolleg in Kooperation mit Haus Heege; www.hsbk-ge.de
   
Ort: Haus Heege, Heegestr. 10, Haus A Saal im Untergeschoss
45897 Gelsenkirchen
   
Zeit: Mi. 29. Januar 2014
   
Ablauf: 1. Veranstaltung ab 10.00 Uhr; 2. Veranstaltung: ab 11.45 Uhr
   
Ansprechpartner:   Berthold Hesselmann - Berufsschullehrer für Katholische Religion,
Politik und Wirtschafts- und Betriebslehre
   
Zuschauer: 250 Berufsschüler in insgesamt 2 Vorführungen a jeweils 90 Minuten
   
Berufe: Feuerungs- und Schornsteinbauer, Trockenbaumonteure, Stuckateure, Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice, Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Betonfertigteilbauer, Fassadenmonteure, Ofenbauer, Schornsteinfeger, Bauwerksmechaniker, Baugeräteführer, Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker, Parkettleger und Bodenleger
   
Theater Till siehe Internetseite: www.theatertill.de
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