Bildungsgänge

Aktionen im Bildungsgang

Seit Herbst 1998 werden hier am Hans-Schwier-Berufskolleg in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt Isoldenstraße der Stadt Gelsenkirchen Recyclingwerker und Recyclingwerkerinnen ausgebildet.

Bei der Ausbildung handelt es sich um eine zweijährige Berufsausbildung, die nach dem Berufsbildungsgesetz nur Jugendlichen mit Förderbedarf offen steht. Der Beruf ist im Bereich der Umwelttechnik aus dem Beruf des Ver- und Entsorgers hervorgegangen.

Im Einzelnen ist der Recyclingwerker dafür zuständig, Wertstoffe der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Hierbei übt er u.a. folgende Tätigkeiten aus:

  •     Erkennen von Wert- und Schadstoffen
  •     Sammeln, Lagern und Transportieren von Wert- und Schadstoffen
  •     Demontieren und Sortieren von Wert- und Schadstoffen
  •     Bedienen von Maschinen in Recyclingbetrieben
  •     Anwenden von Techniken der Recyclingverfahren
  •     Einsetzen von Flurförderfahrzeugen

Besondere Aktionen

Die Schüler absolvieren mehrere Praktika in verschiedenen Recyclingbetrieben.
 
  •     Recyclinghöfe und Wertstoffsammlungen
  •     Baustoffrecycling
  •     Metall-, Automobil- und Elektroaltgeräteverwertung
  •     Computerrecycling
  •     DSD-Sortierung


Zur Ausbildung gehört:

  •     Erste- Hilfe- Lehrgang
  •     Gabelstapler- und Radladerschein
  •     Brennschneidelehrgang


Schülerzahlen
Da es sich um Schüler mit Förderbedarf handelt, liegt die Klassengröße bei 8 bis 15 Schülern.

Ausbildung


Angehende Recyclingwerker zu Besuch bei einer Recyclingfirma

Haushaltsgeräte, Computer + Zubehör, Unterhaltungselektronik,... alles Geräte, die in keinem Haushalt mehr fehlen und zu einem großen Anteil nach wenigen Jahren erneuert werden, weil Reparaturen sich nicht lohnen oder die Geräte nicht mehr den sich ändernden Ansprüchen genügen wie beispielsweise beim PC. Ein Problem für die Entsorgungsindustrie; denn der so genannte E-Schrott birgt eine Vielzahl von Rohstoffen wie Kupfer, Aluminium, Eisen, Gummi und natürlich Kunststoffe, die keine Maschine so ökonomisch der sinnvollen Wiederverwertung zuführen kann wie der Mensch. Eine Maschine kann nämlich aufgrund der Gerätevielfalt lediglich zerstören und anschließend allenfalls Rohstoffe nach physikalischen Eigenschaften trennen. Der Mensch kann nicht nur nach Rohstoffen sondern auch nach Bauteilen unterscheiden.

Dieses Problem erkannte vor wenigen Jahren auch der Berufsberater Günter Germies, dessen Idee es war, behinderten Jugendlichen mit praktischer Begabung hierdurch einen weiteren Zugang zur Arbeitswelt zu ermöglichen. Der neue Ausbildungsgang startete im Oktober 1998 als gemeinsames Projekt der IHK, des Jugendamtes und des Arbeitsamtes der Stadt Gelsenkirchen. Ort der praktischen Ausbildung ist die Jugendwerkstatt an der Ahornstrasse in Gelsenkirchen-Resse. Den theoretischen Teil der Ausbildung übernimmt das Hans-Schwier-Berufskolleg. Begleitend zur praktischen Ausbildung in der Jugendwerkstatt finden Praktika in der Entsorgungsindustrie statt.

Die ersten Recyclingwerker bestanden im Jahre 2000 ihre Prüfung vor der IHK. Sie konnten zum größten Teil in Recycling-Unternehmen vermittelt werden.


Die Auszubildenden in der Jugendwerkstatt
an der Ahornstrasse in Gelsenkirchen-Resse

Der Ausbildungsgang wurde eingerichtet für behinderte und lernschwache Schüler.
Die Ausbildung dauert zwei Jahre und endet mit der Abschlussprüfung zum Recyclingwerker vor der Industrie- und Handelskammer.

Berufsperspektive

Dem Ziel der Ausbildung entsprechend werden die Recyclingwerker nach bestandener Abschlussprüfung in Recycling-Unternehmen tätig sein. Der sicherlich auch in Zukunft nicht kleiner werdende Berg an E-Schrott lässt darauf hoffen, dass für Recyclingwerker auch auf lange Sicht ein Arbeitsmarktpotential vorhanden sein wird.

 

 

 

        

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